Gongrosira schmidlei P.G.Richt.

  • Filed As

    Chaetophoraceae
    Gongrosira schmidlei P.G.Richt. ( type )

  • Identifiers

    NY Barcode: 02344830

    Occurrence ID: 2e83e262-1888-4407-b5ca-8e5f18487109

  • Exsiccatae

    Exsiccatae Number: 630

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Phykotheka v/niversalis.
630.	Gongrosira Schmidlei P. Eicht, sp. n.
Herr Professor W. Schmidle in Mannheim übersandte mir am 6, Juni
1893 für die Phykotheka eine kleine auf Cladophora nistende Alge, um
deren Bestimmung ich gebeten wurde. Ich erkannte darin eine neue Species
der Gattung Gongrosira, G. pygmaea Kütz. nahe stehend und benenne sie
nach dem Herrn Einsender.
Diagnose. Phykoma pusillum ad 2 mm latum, pulvinulos cafce incrustatos filo repente
substrato appressos iormans; fila ex superficie exsma, ramis et ramellis seenndis, patentibus
et horizontalibus ad basin saepe inarticulatis; articulis diametro aeqnalibus vel 2—5 plo
loiigioribn?, inferioribus plerumque inanibus, sed superioribus repletis saepe modo in parte
superiore, terminalibus plernmque obtusis vel clavatis. Contentns chlorophyllosus parietalis
t.erebratus.
Diam. cellul. 9—12 fi.
Habitat ad lignum, Cladophoram et Vaucheriam.
Der Thallus bildet bis 2 mm grosse, hellgrüne, von kohlensaurem Kalk inkrustirte,
meist kugelrunde Ballen an im Wasser befindlichen Gegenständen (meist Cladophoren).
Aus dem Ballen ragen die Spitzen der Zellfäden heraus. Die Fäden tragen an ihrem
unteren Ende kein Rhizoid, ein kriechender Faden dient als Anheftung und giebt durch
seine Auszweigung dem Ballen den Ursprung. Die Fäden sind sehr reich, wiederholt meist
einseitig verzweigt. Alle Zweige erreichen die Länge und Dicke des Hauptstammes. Die
Verzweigung kommt dadurch zustande, dass eine Zelle des Hauptstammes an ihrem vorderen
Ende seitlich weiterwächst (intercalares Wachstum). Die erste Teilungsebene des so ent-
standenen Zweiges wird fast ausnahmslos in einiger Entfernung von der Verzweigungsstelle
angelegt, so dass die Stammzelle (oft schlauchartig weit) in den Zweig hineinragt. Die
Verzweigungsseite im Ballen ist immer nach der Peripherie zu gerichtet. Meist enthalten
nur die oberen Zellen des Stammes und der Zweige Chlorophyll und befinden sich im
Wachstum, während untere leer sind. An den ausgezweigten Zellen eines Stammes (oder
Zweiges, sowie an den Endzeilen, sieht man häufig, dass sich der gesammte Zellinhalt in
der oberen sprossenden Teil der Zelle begeben hat, während der untere leer erscheint.
Das Chlorophor besteht aus einer wandständigen, oft durchbrochenen Platte mit mehreren
grossen Pyrenoiden. Zellkerne scheinen 5—6 vorhanden zu sein, die Zellhaut ist einfach,
nicht geschichtet.
Der Durchmesser der Zellen beträgt 9—12 ¡k, ihre Länge das ein—fünffache. Die
Endzeilen sind meist keulig abgerundet. In den Endzeilen bilden sich 2—4 circa 4 (x grosse
Schwärmsporen aus, welche durch eine Oeffnung der Zellhaut entweichen. Oft teilen sich
die Zellen vor der Schwärmsporenbildung in eine Reihö auffallend kurzer Zellen, die dann
meist je 2 Schwärmsporen enthalten. In längeren Zellen wnrden hingegen einmal 16 gezählt.
Die Schwärmer sind eirund und tragen am vorderen hyalinen Ende 2(?) Geiseln, im hinteren
durchweg je ein grosses Pyrenoid. Bildung von Akineten scheint vorhanden zu sein,
P. Richter.
Brunnen bei Rüdesheim, an Cladophora und Vaucheria festsitzend,
in vorliegender Auftragung stark mit CocconeisPediculus besetzt. 25. Mai 1893,
legit Er km arm et Schmidle,
praep. Schmidle.
Gongrosira Sshmidlei P. Rieht.
Fig. a u. b: Zweige von vegetativen Stämmchen. 400/i, Fig. c: Zweigende eines
Schwärmsporen bildenden Exemplars. Die 2 unteren Zellen scheinen sich zu Akineten (?)
auszubilden. m\\.
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